Donnerstag, 27. August 2015

    Überall International

    Während sich deutschlandweit Flüchtlinge um Unterkunft und Arbeitsmöglichkeiten bemühen, die Felder und Plantagen durch Saisonarbeiter aus ganz Europa bearbeitet werden, sind auch nach Neufrankenroda 16 junge Freiwillige aus China, Taiwan, Südkorea, Russland, der Türkei, Spanien, Tschechien, Italien und Frankreich gekommen, um zwischen 10. und 23. August 2015 auf dem SILOAH-Hof mitzuwirken.

    Das erstmals in Neufrankenroda durchgeführte Workcamp erfolgte in Zusammenarbeit der Workcamp-Leitern der ICJA (Internationaler Christlicher Jugend Austausch) und der Famillienkommunität SILOAH e.V.. Die Zusammenarbeit der beiden Organisationen, bereits ein gelungenes Beispiel für das Einbringen sozialer Kompetenzen wie Teamwork und Kommunikation für die Teilnehmer, die zwei Wochen ihrer Sommerferien und ihres Urlaubes in den interkulturellen Austausch investierten.

    Neben dem interkulturellen Transfer konnten die Jugendlichen aus aller Welt auch die deutsche Kultur ein stückweit kennenlernen, sei es beim Abendessen in den vorortlebenden Familien oder bei Ausflügen nach Gotha, Eisenach und Weimar, bei denen sie in die deutsche Geschichte eintauchen und die Sehenswürdigkeiten Thüringens bewundern konnten.

    Zum Campalltag gehörte neben der geistigen Herausforderung während Kommunikations- und Konfliktlösungsseminaren, vor allem das Ausprobieren und Lernen, ob bei kreativen Workshops, dem interkulturellen Kochen, Sportaktivitäten, Mannschaftsspielen oder bei der Arbeit, die dem Gemeinnutz des christlichen Kinder- und Jugendbauernhofes dienen sollte. So wurde zum Beispiel von dem geernteten Obst Apfelmus und Marmelade hergestellt, die den uns im Herbst und Winter besuchenden Schülern bestimmt besser schmecken wird, als die beim Großhändler gekauften Lebensmittelprodukte. Eine andere, für das Wohl unserer Besucher, wichtige Aufgabe bestand in der Aufarbeitung von Holzstämmen zu 56 Raummetern Brennholz.

    Die Organisation „ICJA - Freiwilligenaustausch weltweit“ existiert seit über 60 Jahren und sieht sich berufen praktische Friedensarbeit und gesellschaftliches Engagement zu fördern. Die Idee, die zur Gründung der Familienkommunität SILOAH e. V. im Jahr 1990 führte, war das Erschaffen eines Ortes, wo (christliche) Gemeinschaft gelebt wird. Das erstmals gemeinsam gestaltete Workcamp, das die Ziele und Interessen beider Träger verband, ist gelungen. Das entspricht nicht nur den Eindrücken der vier Leiter, sondern wird auch durch das Feedback der Teilnehmer bestätigt. Hier Ernesto, ein 19-Jähriger Kolumbianer, der in Lyons, Frankreich, Physik und Chemie studiert:
    “Ich war begeistert von dem gemeinschaftlichen Leben, gemeinsamer Arbeit, gemeinsamen Essen und dem mittelalterlich angehauchten Ort, wo man Sachen wie Schmieden oder Bogenschießen ausprobieren konnte.”

    Richard Detyna, Erasmus-Praktikant in SILOAH






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