Donnerstag, 27. November 2014

    Vom Leben und Lachen - Jahresteamklausur

    Im Zeitraum vom 18.11. bis zum 25.11.2014 war der Gutshof so leer, als sei eine Epidemie ausgebrochen. Kein Lachen, kein Geschrei. Keine Person zu sehen. Was war passiert? Nun, wir nennen es allgemein: Klausurfahrt. Was ist das? Grob gesagt: alle Mitglieder des Jahresteams hocken sich in einer winzigen Hütte mit Plumpsklo in einem überheizten Raum tagelang auf der Pelle und gehen sich auf die Nerven.
    Wer glaubt das? Ich hoffe niemand. Denn es ist nicht die Wahrheit.
    Nach einer Fahrt von ungefähr sechs Stunden standen wir vor der Hütte. Sie war größer, als wir dachten und auf ca. 800 Meter über dem Meer. Mitten im Nichts. Naja, fast. Es war dunkel und neblig, doch wir schafften es, das Gepäck noch die paar Meter zu tragen. Die Hütte wird beheizt, indem man einen Koksofen befeuert. Dadurch braucht es etwas, bis alles warm ist, doch dann wird es auch schnell zu warm. Dann gehen die Fenster im Fünfminutentakt auf und zu. In dieser Hütte verbrachten wir die Tage. Manchmal gingen wir wandern.
    Die größte Tour dauerte einen Tag und brachten uns in Höhen, in denen schon Schnee liegt. Damit komme ich dazu, wo wir waren. Das Gebirge ist allgemein als Riesengebirge bekannt und liegt sowohl in der tschechischen als auch in der polnischen Republik. Unsere Hütte lag auf tschechischer Seite. Der Ausflug führte uns allerdings auch nach Polen, denn von dieser Seite kann man besser auf die Schneekoppe klettern. Wir starteten früh und kamen spät zurück. Unten standen wir im Nebel, oben im Licht des Sonnenunterganges. Und im Schnee. Nach der Hälfte der Strecke kam beides gleichzeitig. Der Schnee und die Sonne. Der Schnee lag da, die Sonne kam durch den Nebel. Es war traumhaft schön. Trotz dessen waren wir froh, als wir wieder unten ankamen, denn die Füße schmerzen doch etwas.
    Außer den Ausflügen waren wir in einem nahe gelegenen Teich Eisbaden. Auch ein Gang in die hütteneigene Sauna war Pflicht. Doch all diese Aktionen waren nur Nebensache. Die Hauptsache bestand aus viel Gerede. Jeder kam mal dran. Natürlich war das Thema vorgegeben: erzähle deine Lebensgeschichte. Eigentlich einfach, oder etwa nicht? Wahrscheinlich denkt man sich das einfacher, als es tatsächlich ist. Wer sich intensiv mit seiner Lebensgeschichte auseinandersetzt, entdeckt, dass er so manche Sachen erlebt hat, seien sie negativ oder positiv. Vieles Verdrängte kommt hoch und so mancher Schmerz wird aufgedeckt. Doch trotz dieser Dinge ist es wunderschön zu hören, was für Erlebnisse die anderen hatten und sie so besser verstehen zu können. Die Zeit in der Hütte gehört schon jetzt zu unseren besten Erfahrungen. Herzliche Grüße auch von Freddy, dem Plumpsklo. Der musste leider da bleiben. Er wird uns wahrscheinlich mehr vermissen als wir ihn :-).

    Bilder unter:
    siloah-hof.de/gallery//2014_11_18-25_Jahresteamklausur/







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